Eine Jahrtausende alte Tradition….


Seit wann es Heiltänze gibt, können wir nicht genau sagen. Wir wissen aber, dass Tanz ebenso wie Malerei und Musik mindestens seit der Jungsteinzeit uns Menschen begleiten und Potentiale für Heilung bieten. Wir können uns auch heute noch in unserer hochtechnisierten Welt an diese Traditionslinien anschließen.


Die Wirkung von Heiltänzen auf das Körpergedächtnis


Heiltänze können die Verbindung zu Körper und Seele neu herstellen. Durch bestimmte Bewegungen, die wir in der Tanztherapie als „archetypische“ Bewegungen bezeichnen, wird das Körper-Gedächtnis aktiviert. Damit ist eine besondere Form des Gedächtnisses gemeint. Im Körper-Gedächtnis werden alle Erinnerungen des Körpers gespeichert, auch solche, die in der Regel unterhalb der Schwelle des Bewusstseins liegen. Oft sind hier traumatische Erlebnisse, Verletzungen und unbewusste Gefühle gespeichert, die unser Verhalten steuern können.

Die tänzerische Reise in unser Körpergedächntis hilft uns dabei, auf sanfte Art diese Ganz-Körper-Erinnerungen ins Bewusstsein zu rufen und sie über Bewegung und Tanz auszudrücken. Dies ist relevant nicht nur für die Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen. Es ist auch bedeutsam im Hinblick auf die vielen unscheinbaren Momente im Laufe unseres Lebens, in denen wir gezwungen waren, unsere Gefühle zu unterdrücken, still zu halten, uns „zusammen zu reißen“, weil es die Gesellschaft, unsere Eltern oder das Schulsystem von uns forderten und es keine Möglichkeit für uns gab, uns dem zu widersetzen und unserem eigentlichen Bedürfnis zu folgen.


Blockaden durch unterdrückte Gefühle


So können unterdrückte Gefühle eine Art von „Panzerung“ bewirken, die den Kontakt zu sich selbst verhindert oder Blockaden verursacht. Diese Blockaden können sich als tatsächliche körperliche Blockaden bemerkbar machen, aber z.B. auch als Ängste oder ein Gefühl permanenter Trennung von sich selbst und/oder der Außenwelt.


Unterstützung der Selbstregulation


Durch die Methoden können Gefühle neu gespürt und ausgedrückt werden. Dabei gibt es keinen Leistungdruck, keine Erwartung oder Vorgabe, wie das Gefühl und sein Ausdruck auszusehen haben. So hat die Person den ganzen Raum, sich selbst wieder regulieren zu lernen. Die Rolle der Therapeutin ist die der Co-Regulation. Sie unterstützt und begleitet den Prozess und hilft dabei, Schwerpunkte zu setzen und die Konzentration zu bündeln.

Die Methode ist darüber hinaus traumasensibel und für neurodivergente Menschen geeignet.


Gemeinschaft und Verbundenheit


Tänze stiften aber auch ein Gefühl von Gemeinschaft, und Gemeinschaft verleiht ein Gefühl von Stärke. So ist Heiltanz auch ein gemeinschaftliches Zusammensein mit Gleichgesinnten. Gleichzeitig eröffnet das Tanzen in der Gruppe einen Lernraum. Vielen Menschen fällt es sehr schwer (oder es ist ihnen sogar unmöglich), in Gegenwart anderer bei sich zu bleiben. So bieten Heiltänze das Potential zu lernen, in Verbindung mit mir selbst zu kommen und aus dieser Verbindung in echten Kontakt mit anderen zu treten und in Bindung zu kommen, ohne sich selbst weg machen zu müssen.


Die Methode HKiT


Ich bin ausgebildet in der feministischen Tanztherapie- Methode „Heilende Kräfte im Tanz“, kurz „HKiT“. HKiT verbindet neueste Forschungserkenntnisse mit dem kulturellen Erbe indigener Tanztraditionen und solchen, die unter dem Druck von Armut, Sklaverei und Diskriminierung entstanden sind.

Mit diesen Tänzen zu arbeiten begreife ich als große Verantwortung, denn aufgrund des europäischen Kolonialismus und immer noch wirkenden Eurozentrismus und Post-Kolonialismus ist es eine große Aufgabe, sich in kultureller Wertschätzung und nicht aneignend auf diese altehrwürdigen Traditionen zu beziehen.

Gleichzeitig haben genau jene patriarchal-kapitalistischen Strukturen, die den Kolonialismus hervorbrachten, im Übergang vom Feudalismus zur Neuzeit all jene Traditionen bei uns in Europa zerstört, die als „europäisch indigen“ zu bezeichnen sind.

Im Zuge der Hexenverfolgungen wurde in der frühen Neuzeit vor allem ekstatischer und freier Tanz in der Natur als teuflische Praktik dämonisiert und verboten. Hinzu traten spezifische sog. „Körperpolitiken“, die Sinnlichkeit und Lust zugunsten eines „funktionierenden, arbeitenden“ Körpers zurückdrängten oder ganz auszulöschen versuchten.

So bleibt uns Heutigen nur die Möglichkeit, uns von dem, was noch da ist an kulturellen Bruchstücken und Fragmenten innerhalb und außerhalb Europas, inspirieren zu lassen und es voller Respekt und Wertschätzung als Grundlage für unser zerstörtes kulturelles Erbe zu betrachten und neue Tanzformen daraus zu entwickeln.

Link zum Institut HKIT: https://www.heilende-kraefte-im-tanz.de/


Hinweise und Haftungsausschluss


Die Teilnahme an meinen Angeboten ist kein Ersatz für eine medizinische, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Sollte Unsicherheit bestehen, ob eine Teilnahme an meinen Angeboten sinnvoll ist, stehe ich für eine Beratung jederzeit zur Verfügung.

Die Teilnahme an meine Angeboten erfolgt auf eigene Verantwortung.